HIV-Prävention 2018: Aufklären und Vorurteile abbauen

In Kooperation mit der Michael Stich Stiftung erreichte die Veranstaltungsreihe über 600 Schüler:innen.
Kann man sich durch einen Kuss mit dem HI-Virus anstecken? Sind nur homosexuelle Männer von AIDS betroffen? Kann eine HIV-positive Frau ein gesundes Kind zur Welt bringen? Diese und andere Fragen, die von weit verbreiteten Vorurteilen und Halbwissen zeugen, standen in den vergangenen Tagen im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Michael Stich Stiftung.
Bereits zum zweiten Mal fanden die Veranstaltungen am Berufskolleg statt und erreichten insgesamt mehr als 600 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs mit seinen Teilstandorten. Bestandteil des Programms ist ein adressatengerecht aufgearbeiteter, interaktiver Informationsvortrag zum Thema sowie ein Ein-Mann-Theaterstück.
Professor Rainer Ganschow von der Uni-Klinik Bonn, der seit einigen Jahren ehrenamtlich mit der Stiftung zusammenarbeitet, verstand es, den Schülerinnen und Schülern in knapp 90 Minuten zahlreiche wichtige Fakten über die AIDS-Erkrankung, Übertragungswege des HI-Virus, soziale Folgen für Betroffene und die weltweite Situation adressatengerecht nahezubringen.
Ein großes Problem, das Ganschow ansprach, sei die mangelnde Aufklärung, auch unter Ärzten. Vor allem in Bezug auf die Übertragungswege herrschten viele Vorurteile, die es den Betroffenen erschwerten, nach der Diagnose ein normales Sozialleben zu führen.
Dies wurde auch in dem Ein-Mann-Stück „I will survive. Ein Bericht von Martin Rehbein“ von Raoul Biltgen deutlich. In dem etwa 70-minütigen Theaterstück stellte Schauspieler Michael Wanker eindrücklich die verschiedenen Phasen dar, die ein Mensch durchlaufen kann, wenn er mit der Diagnose HIV positiv konfrontiert wird.
Daten/Fakten aus dem Vortrag: Jedes Jahr stecken sich allein in Deutschland über 3.500 Menschen neu mit dem HI-Virus an – die Dunkelziffer ist etwa dreimal so hoch. Auch international steigen die Zahlen der jährlichen Neuansteckungen. Knapp 40 Millionen Menschen weltweit sind mit dem HI-Virus infiziert; lediglich 16 Millionen der Infizierten haben Zugang zu den teuren Medikamenten.
